Kindergesundheit24 Vorsorge-Check

Was ist eigentlich drin in Ravioli?

Auf allen Lebensmittelerzeugnissen finden sich - gesetzlich verordnet und mehr oder weniger ausführlich - Aufzählungen, aus welchen Zutaten diese Erzeugnisse einmal hergestellt wurden. Trotzdem sind diese Listen wenig aufschlussreich, manchmal finden sich Prozentangaben, aber wenn man nach diesen Angaben kochen wollte, würde man nicht weit kommen. Ravioli aus der Dose enthalten Wasser, 23,7% Ravioli (Hartweizengrieß, Wasser, Paniermehl (Weizenmehl, Hefe, Jodsalz), Weizendunst, Weizenkleber, Speckfett (Rauch), Gewürze, Jodsalz, Sonnenblumenöl, Stärke, Kräuter, Aroma), 20,9% Tomatenmark, 4,7% Rindfleisch, Rinderfett, modifizierte Stärke, Jodsalz, Zucker, Gewürze, Speckfett (Rauch), Geschmacksverstärker MSG, Sellerie, Lauchpulver, Aroma. Und es können sich Spuren von Soja, Ei, Milch, Sellerie und Senf darin finden.

Aber stimmt das? Dürfen wir sicher sein, dass diese Aufzählungen dem entsprechen, was tatsächlich in den Ravioli enthalten ist? Vielleicht stimmten die Zutaten, aber sind dieselben Zutaten auch dann noch in den Ravioli, wenn sie erhitzt auf dem Teller liegen? Ravioli werden nicht mehr in Omas Küche hergestellt. Moderne Ravioli kommen aus der Dose oder anderen Fertigpackungen und sind Produkte moderner Nahrungsmitteltechnologie. Nahrungsmitteltechnologie ist eine neue Form der Hexenküche, da wird fermentiert, extrahiert, enkapsuliert, Fett ersetzt und noch manches mehr. Wir wollen das an dieser Stelle nicht näher ausführen, wir wollen nur feststellen, dass solche Behandlungen bestimmte Nahrungsbestandteile entfernen oder ihren Geschmack maskieren können und dass es zu völlig neuen “Geschmackserlebnissen” kommt.

Und im Zuge dieser Behandlung werden viele der “großen” Bestandteile - die Kohlenhydrate, die Fette, die Eiweiße - zerkleinert und so aufbereitet, dass eine Fülle von Bruchstücken entstehen. Sie werden sozusagen “kleingebrochen”. Aus langen Kohlenhydrat-Ketten werden kurze Zuckerkettchen, aus langen Eiweißketten kurze Aminosäurekettchen oder einzelne Aminosäuren, und Fett wird gern entfernt, weil “fettarm” immer noch wie ein Gütesiegel klingt. Diese lebensmittelchemische Behandlung wirkt wie eine “vorweggenommene Verdauung”. Ravioli sind sozusagen vorverdaut.

Wir haben viele der in Deutschland oft verkauften Fertiggerichte nachuntersucht. Nicht nur die Menge an kleinen chemischen Bruchstücken war viel größer, als man angesichts der Zutatenliste auf den Produktrückseiten vermuten konnte, die Summe aller kleinen Bruchstücke passte gar nicht zur der Zutatenliste der Lebensmittel.

Wir fanden viel mehr freie Aminosäuren und ein völlig anderes Spektrum von Aminosäuren als das, was man im Eiweiß der Zutaten hätte finden dürfen (Hermanussen et al. 2009). Diese kleinen Bruchstücke Zucker, Salz, Aminosäuren und viele andere mehr beeinflussen den Geschmack. Während die Wirkung von Zucker gut bekannt ist, so ist die Wirkung vieler anderer Substanzen, namentlich vieler Aminosäuren, wenig oder nicht untersucht. Der so genannte Geschmacksverstärker Glutamat schmeckt nicht nur gut, er steigert auch den Appetit direkt im Hirn und beeinflusst die Wachstumshormonsekretion. Leucin - bekannt bei den Bodybuildern - bremst den Appetit. Tryptophan ist ein Vorläufer des so genannten Glückshormons Serotonin und kann auch in die Sättigungsregulation eingreifen. Gamma-Aminobuttersäure - GABA - wirkt als Botenstoff zwischen der Nervenzellen auf der Geschmacksknospe und führt zu einer globalen Intensivierung aller Geschmäcker.

Wollen wir das unseren Kindern antun?

Der Verzehr von Fastfood und Fertiggerichten nimmt mit dem Alter zu. Drei bis achtjährige Kinder decken etwa 3% ihres Kalorienbedarfs inzwischen mit Fastfood, die 14-18-jährigen Knaben rund 7%, die 14-18-jährigen Mädchen etwa 5%. Deutsche Jugendliche konsumieren mehr als 700 chemisch bearbeitete Fertiggerichte bestehend aus im Mittel 14 Zutaten und einer großen Zahl geschmacklich aktiver Zusätze (Alexy et al. 2008).

Gehen Sie für Ihre Kinder wieder auf den Wochenmärkten einkaufen. Es ist viel gesünder und Sie müssen nicht das Kleingedruckte auf den Rückseiten der Raviolidosen lesen.

Wie groß wird Ihr Kind?

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