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Meinungsänderung in der Wissenschaft: Fernsehen macht doch nicht dick!

Wir haben in den vergangenen Monaten viel wissenschaftliche Literatur der letzten Jahrzehnte durchsucht und und staunen, wie sich – auch in der Wissenschaft – Meinungen ändern. 1996 schrieben Gortmaker und seine Mitarbeiter: Fernsehen ist die Ursache für die zunehmenden Adipositas bei Kindern in den USA der Jahre 1986 bis 1990. Die Wahrscheinlichkeit übergewichtig zu sein war um den Faktor fünf erhöht bei Kindern die mehr als 5 Stunden fernsehen schauten, verglichen mit Kindern, die es nur auf 0 bis 2 Stunden brachten. Gortmaker war sich ganz sicher, als er das schrieb, und diese Meinung hält sich seitdem in jeder Tageszeitung bis heute. Aber es gibt neue wissenschaftliche Kenntnisse. Marshall und seine Mitarbeiter veröffentlichten noch 2004, es sei sehr wahrscheinlich, dass wenig Bewegung und Fernsehen dick machen. Sie meta-analysierten Daten von über 140.000 Teilnehmern aus verschiedenen wissenschaftlichen Studien – eine Meta-Analyse ist eine „Analyse der Analyse“ – und kamen zu dem Schluss, das es eine statistisch bedeutsame Beziehung gibt zwischen Fernsehenkonsum und Körperfett. Aber sie betonten bereits, dass diese Beziehung so gering sei, dass sie für den Alltag wohl keine „substanzielle“ Bedeutung habe.

2006 “glaubten” Swinburg und Shelly, dass Bewegung nicht viel mit Übergewicht zu tun hat und dass Fernsehen nicht geeignet sei, die Dickleibigkeit unserer Zeitgenossen hinreichend zu erklären. Und im letzten Jahr ließen Li und seine Mitarbeiter keine Zweifel mehr daran, dass Bewegungsarmut „keine gute Erklärung sei“ für das zunehmende Übergewicht der Amerikanischen Jugendlichen.

So ändern sich die Meinungen. Nur nicht in unseren täglichen Nachrichten. Hier lebt Gortmakers alte Arbeit von 1996 fort. Immer noch werden sportliche Übungen zum Abnehmen empfohlen.

Und soll man nun keinen Sport machen? Natürlich sollen wir uns körperlich fit halten. Das ist eine ganz andere Sache. Sport führt zu einer Veränderung im Stoffwechsel der Muskelzellen. Bei Sport wird ATP – der zelluläre Energielieferant – zerlegt, sozusagen abgebrannt, und es entstehen Abbauprodukte, die für die Zelle von allergrößter Bedeutung sind. Diese Abbauprodukte stimulieren die Mitochondrien – die Kraftwerke der Zellen – und sie verbessern die Insulin-Wirkung an der Muskelzelle. Das ist der Sinn vom Sport: den Insulin-Stoffwechsel verbessern, dem Diabetes vorbeugen (oder den bestehenden Diabetes günstig beeinflussen) und – was sagte unser alter Lateinlehrer immer: mens sana in corpore sano – Sport macht heiter.

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Meinungsänderung in der Wissenschaft: Fernsehen macht doch nicht dick!

Jedermann weiß, dass wir zu dick sind und uns zu wenig bewegen. Aber ist unsere moderne Bewegungsarmut Ursache dafür, dass viele von uns zu dick sind? Fettsucht oder Adipositas ist eine Erkrankung, bei der sich Körperfett in einem solchen Ausmaß ansammelt, dass die Gesundheit Schaden nimmt. Adipositas wird als Bilanzstörung betrachtet zwischen einem Zuviel an Energieaufnahme und einem Zuwenig an Energieverbrauch. Fernsehen ist die Zauberformel, die alles erklärt. Aber stimmt das? mehr

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